Teil 9 : Der Brief ohne Absender
Ich war zurück. Der Alltag hatte mich wieder. Schon am ersten Morgen warteten Besprechungen, Versuchsergebnisse und Entscheidungen auf mich. In den Laboren liefen die begonnenen Forschungsarbeiten weiter, als wäre ich nur für einen gewöhnlichen Termin verreist gewesen. Mein Team berichtete von neuen Daten, unerwarteten Reaktionen und einem Wirkstoffkandidaten, dessen Eigenschaften genauer untersucht werden mussten. Ich stellte Fragen, prüfte Analysen und legte die nächsten Arbeitsschritte fest. Nach außen war alles wieder vertraut: die nüchterne Sprache der Forschung, das Summen der Geräte, die konzentrierte Arbeit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Doch tief in mir war etwas geschehen. Ich konnte es nicht benennen. Manchmal spürte ich den schweren Umhang auf meinen Schultern, obwohl er zu Hause im Schrank lag. Wenn ich allein in meinem Büro arbeitete, glaubte ich für einen Augenblick, den Geruch von Heidekraut und Holzrauch wahrzunehmen. Dann öffnete ich das Fenster. Drauß...