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Teil 9 : Der Brief ohne Absender

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  Ich war zurück. Der Alltag hatte mich wieder. Schon am ersten Morgen warteten Besprechungen, Versuchsergebnisse und Entscheidungen auf mich. In den Laboren liefen die begonnenen Forschungsarbeiten weiter, als wäre ich nur für einen gewöhnlichen Termin verreist gewesen. Mein Team berichtete von neuen Daten, unerwarteten Reaktionen und einem Wirkstoffkandidaten, dessen Eigenschaften genauer untersucht werden mussten. Ich stellte Fragen, prüfte Analysen und legte die nächsten Arbeitsschritte fest. Nach außen war alles wieder vertraut: die nüchterne Sprache der Forschung, das Summen der Geräte, die konzentrierte Arbeit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Doch tief in mir war etwas geschehen. Ich konnte es nicht benennen. Manchmal spürte ich den schweren Umhang auf meinen Schultern, obwohl er zu Hause im Schrank lag. Wenn ich allein in meinem Büro arbeitete, glaubte ich für einen Augenblick, den Geruch von Heidekraut und Holzrauch wahrzunehmen. Dann öffnete ich das Fenster. Drauß...

Teil 7 : Eine leise Macht

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  Edinburgh – Die Macht des Clans Nach dem Frühstück teilte man meinem Chef und mir mit, dass wir noch am selben Tag nach Edinburgh fahren würden. Ich war überrascht und auch ein wenig enttäuscht. Auf der Burg hatte es mir gefallen. Vieles war mir noch fremd, und doch hatte ich das Gefühl, gerade erst angekommen zu sein. Während wir unsere Sachen packten, erfuhren wir den Grund für die Reise: Der Oberbürgermeister von Edinburgh hatte uns zu einem Empfang eingeladen. Mein Chef nahm die Nachricht mit sichtlicher Freude auf. Ich dagegen dachte an die Burg und an die Menschen, die mir innerhalb weniger Tage erstaunlich vertraut geworden waren. Einer der älteren Männer verabschiedete mich mit einem langen Blick. „In Edinburgh wird man sich an Sie erinnern“, sagte er. Mein Chef hob den Kopf. „Das klingt weniger nach einer Verabschiedung als nach einer Ankündigung.“ Der Mann lächelte. „Manchmal ist es dasselbe.“ Auf der Fahrt nach Edinburgh schwieg mein Chef zunächst. Er blätterte in sein...

Teil 6 : Wer sind die MacLeods?

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  Später, zurück in der Stille des Gästezimmers, konnte ich nicht schlafen. Der Umhang lag sorgfältig gefaltet auf einem Sessel. Obwohl das Feuer längst heruntergebrannt war, schien der Stoff noch immer eine eigene Wärme zu bewahren. Jedes Mal, wenn ich zu ihm hinübersah, erinnerte ich mich an die fremd-vertrauten Worte des alten MacLeod und an die Bilder, die für Sekunden in mir aufgeleuchtet waren. Auf einem Tisch lag ein schweres Buch über die Geschichte des Clans. Der Einband war dunkel, die Seiten an den Rändern vergilbt. Als ich es öffnete, stieg der Geruch von altem Papier und Leder auf. Das leise Rascheln der Seiten war das einzige Geräusch im Raum. Draußen strich der Wind um die Mauern. Die MacLeods gehören zu den alten Clans Schottlands und sind seit Jahrhunderten eng mit der Isle of Skye verbunden. Ihre Überlieferung führt den Ursprung des Clans auf Leod zurück, der im 13. Jahrhundert lebte und vermutlich nordisch-gälische Wurzeln hatte. Auch Dunvegan Castle selbst erzäh...